1000 words-per-Minute
Als Trost, dass ich schon nicht zur Lesung im Oktober ins MAU kann, hab ich mir jetzt an 4 Abenden das Buch, das vorgestellt werden soll, durchgelesen. Man kann auch schneller sein, wirklich. Ein Tag wär sicherlich drin und das nicht mit Speedreading oder wie der ganze Quatsch heißt.
Das Buch mit dem wunderschönen Titel "Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens" sammelt die Kolumnen Kuttner aus der Süddeutschen und dem Musikexpress. Die SZ "Kolumnen" folgen dabei dem Muster: Frage zu aktuellen Ereignissen (Vogelgrippe o.Ä.), Antwort Kuttner mit viel Spinnerei und einem abschließenden Statement zu: 'Was wird besser?'. Nunja, nach ungefähr 5 solchen Frage-Antwort-Spielchen ist das aber auch nicht mehr im Geringsten lustig. Man erkennt ein Humorsystem, das verschiedene Aspekte im Laufe einer Kolumne immer mehr in sich verwickelt und in der letzten Frage, natürlich als Witz getarn, nochmal zusammen bringt. Nett dabei: ein wenig mehr Einblick in die Show Kuttners und man durchlebt quasi das ganze Jahr 2004 und 2005 mit den hochgeputschten Medienhypes nochmal. Auch sind bemerkenswert die sprachlichen Formulierungen und die Strukturen in den Texten. Fr. Kuttner arbeitet mit vielen Bildern, Wortwitzen und webt einen roten Faden ein, an dem sich immer wieder festgemacht wird.
Ein wenig kolumniger und ansprechender wirds dann im zweiten Teil des Buches, der die Musikexpress Kolumnen in sich vereint. Auch ein bisschen wirr und abgedreht, aber lesenswerter als die Interviewartigen Artikel aus dem ersten Teil.
Insgesamt, ist es vielleicht besser, Kolumnen auch als einzelne Kolumnen passend zum Zeitgeschehen zu lesen und nicht zusammengefasst in einem Buch. Aber schaut ruhig selber, es ist schon nicht zu schlecht.
Nun bin ich ja nur gespannt, wie man aus sowas ne Lesung macht, aber ich hoffe auf fesselnde Berichte. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Miss Kuttner einfach nur drauf los plaudern wird ohne ihr Buch da groß miteinzubinden, aber ich lass mich überraschen.
Noch ein kleines 'Aber' zum Schluss: Man lässt doch sein Buch nicht von H.P. Baxxter loben. Also bitte.
karo blub - 18. Aug, 22:20



