Lesestoff

Freitag, 18. August 2006

1000 words-per-Minute

Sarah Kuttner - Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens

Als Trost, dass ich schon nicht zur Lesung im Oktober ins MAU kann, hab ich mir jetzt an 4 Abenden das Buch, das vorgestellt werden soll, durchgelesen. Man kann auch schneller sein, wirklich. Ein Tag wär sicherlich drin und das nicht mit Speedreading oder wie der ganze Quatsch heißt.

Das Buch mit dem wunderschönen Titel "Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens" sammelt die Kolumnen Kuttner aus der Süddeutschen und dem Musikexpress. Die SZ "Kolumnen" folgen dabei dem Muster: Frage zu aktuellen Ereignissen (Vogelgrippe o.Ä.), Antwort Kuttner mit viel Spinnerei und einem abschließenden Statement zu: 'Was wird besser?'. Nunja, nach ungefähr 5 solchen Frage-Antwort-Spielchen ist das aber auch nicht mehr im Geringsten lustig. Man erkennt ein Humorsystem, das verschiedene Aspekte im Laufe einer Kolumne immer mehr in sich verwickelt und in der letzten Frage, natürlich als Witz getarn, nochmal zusammen bringt. Nett dabei: ein wenig mehr Einblick in die Show Kuttners und man durchlebt quasi das ganze Jahr 2004 und 2005 mit den hochgeputschten Medienhypes nochmal. Auch sind bemerkenswert die sprachlichen Formulierungen und die Strukturen in den Texten. Fr. Kuttner arbeitet mit vielen Bildern, Wortwitzen und webt einen roten Faden ein, an dem sich immer wieder festgemacht wird.

Ein wenig kolumniger und ansprechender wirds dann im zweiten Teil des Buches, der die Musikexpress Kolumnen in sich vereint. Auch ein bisschen wirr und abgedreht, aber lesenswerter als die Interviewartigen Artikel aus dem ersten Teil.
Insgesamt, ist es vielleicht besser, Kolumnen auch als einzelne Kolumnen passend zum Zeitgeschehen zu lesen und nicht zusammengefasst in einem Buch. Aber schaut ruhig selber, es ist schon nicht zu schlecht. ;)

Nun bin ich ja nur gespannt, wie man aus sowas ne Lesung macht, aber ich hoffe auf fesselnde Berichte. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Miss Kuttner einfach nur drauf los plaudern wird ohne ihr Buch da groß miteinzubinden, aber ich lass mich überraschen.

Noch ein kleines 'Aber' zum Schluss: Man lässt doch sein Buch nicht von H.P. Baxxter loben. Also bitte.

Samstag, 29. Juli 2006

Ferienliteratur

Zwei von den drei Büchern, die ich in den letzten drei Wochen Urlaub und Ferien gelesen habe, möchte ich nun mal vorstellen.

Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt



Im 19. Jahrhundert leben die beiden deutschen Genies Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt. Abwechselnd berichten sie von ihren Reisen um die Welt, ihren Entdeckungen, ihren Vermessungen der Welt, ihrem Leben und treffen sich schließlich am Ende in Berlin.
Ein wirklich interessanter sowie unterhaltsamer Mix aus Geschichte, Biografie und Belletristik. Mit teilweise subtilem Witz und brillianter Darstellung der beiden Männer von Welt bietet dieser Bestseller der deutschen Literatur mehr als nur sture Fakten und Daten. Also ich kann das Buch nur empfehlen.


Audrey Niffenegger - Die Frau des Zeitreisenden



Henry De Tamble lernt Clare Abshire, seine große Liebe, mit 28 kennen. Sie war zu dem Zeitpunkt 20. Sie kennt ihn schon seit sie 6 ist. Da war er 42. Später 37. Oder 32. Verwirrend?
Henry hat einen Gendefekt und kann daher durch die Zeit reisen. Ungewollt verschwindet er meist in Stresssituationen und taucht in einer anderen Zeit auf. Nackt und ungewiss, wann er wieder zurückkommt. So muss Clare damit leben, nie zu wissen, wohin ihr Mann manchmal so plötzlich verschwindet. Dies aber verstärkt ihre Liebe zueinander nur.
Mit Science Fiction hat dieses Buch wahrlich nichts zu tun, wer das vielleicht erwarten könnte. Der Schwerpunkt liegt auf der Liebesgeschichte zwischen Henry und Clare, ihren Versuchen ein Kind zu bekommen und überhaupt den emotionalen Folgen seines Verschwindens. Mit einem traurigen Ende, bis zu dem man die ganze Zeit hofft, dass Henrys Schicksal noch umgestoßen werden kann, ist dieses Buch ergreifend, doch keineswegs kitschig.
Auch dieses Buch ist jedem ans Herz zu legen, stellt es doch die Liebe zu und die Sehnsucht nach einem Menschen so wunderbar dar.

Als erstes:

>> Salut und Bonjour auf diesem Blog. Die Autorin kommt gerade aus einem Selbstfindungsjahr in Lille (Frankreich) und berichtet von Erkenntnissen, Vermissten, Erlebnissen und französisch-deutschen Wundernissen. On y va!
>> Karoaufblub ist seit dem 1. Oktober 2005 online.

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