Kino

Freitag, 4. August 2006

Die Geisha

Die Geisha

Unter dem Stickwort CineClassics lief heute im Capitol um 15 Uhr einmalig "Die Geisha". Trotz einem Preis von nur 3 € und regnerischem Wetter lockte er jedoch nicht besonders viele Leute ins Kino, von den wenigen waren 97% Rentner. Wer nicht da war, hat aber definitiv was verpasst!

Gegen Ende der Blütezeit der japanischen Geishas 1929 werden Chiyo und ihre Schwester von ihrem Vater nach Kyoto zu okiyas, weiblichen Großfamilien, die angehende Geishas beherbergen und ausbilden, verkauft. Geishas sind keine Prostituierten, sie sind Kunstwerke, die die Männer in Teehäusern mit Tanz, Musik und Gesprächen unterhalten sollen. Sie sind exklusiv gekleidet und immer höflich und zuvorkommend. So ziemlich alles im Leben einer Geisha ist an einen bestimmtes Ritual oder einen vorgeschriebenen Ablauf geknüpft. Auch der jungen Chiyo wird nach einigem Hin und Her eine Ausbildung zur Geisha durch die Erzrivalin der im Haus lebenden Hatsumomo, ermöglicht. Nach nur kurzer Zeit lernt sie alles, was sie braucht, um als Sayuri von nun an eine Geisha zu sein. So taucht sie ins Leben der Reichen und Priviligierten ein und wird an einen Mann gebunden, obwohl sie eigentlich schon seit ihrer Kindheit dessen engsten Gechäftspartner liebt. Intrigen werden gesponnen, Gerüchte verbreitet und die Tradition der Geishas geht durch den 2. Weltkrieg verloren bzw. in seiner alten Form unter. Doch ein Happy End fehlt natürlich nicht, um das mal vorweg zu nehmen. ;)

Der Film lässt einen in seinen 145 Minuten vollkommen in die Welt Japans vor dem zweiten Weltkrieg eintauchen. Nie langatmig bringt er einem sehr detailliert die Welt der Geishas näher und wirkt trotzdem nicht wie eine Dokumentation. Stimmung wird neben tollen Bildern auch durch die immer perfekt abgestimmte Filmmusik geschaffen und lässt einen in eine für sich sehr fremde Kultur eintauchen. Ebenfalls sind sehr schöne Schauspieler mit auffallend angenehmen Synchronstimmen vertreten.
Ach, ich weiß nicht, der Film bezaubert einfach und wenn man dann wieder vorm Kino steht, fühlt man sich einfach ein bisschen fremd hier, so sehr hat einen dieser Film eingenommen.
Einen erklärenden Geisha Artikel auf Wikipedia fande ich danach auch ganz interessant.


Nur nebensächlich: Die Erklärung für alles. "angenehm kühl" --> pah!


Und apropos ferner Osten: Viele Grüße an T-Man, der gerade in China weilt. ;)

Elementarteilchen

Elementarteilchen

Ungefähr 6 Monate nach Kinostart habe ich mir nun endlich Elementarteilchen, einen deutschen Film nach gleichnamigem Buch von Michel Houellebecq (Aussprache siehe Wikipedia) angeschaut. Hoch lebe das (bei dem Film recht gut gefüllte) Hansa, denn dort spart man min. 100 % gegenüber einem Kinobesuch in den anderen Cinestarkinos, selbst wenn dort Kinotag ist.

Also zum Inhalt: Die beiden Brüder Bruno (Moritz Bleibtreu) und Michael (Christian Ulmen) wachsen beide getrennt voneinander bei ihren Großeltern auf und werden durch ihre Hippie Mutter als Jugendliche miteinander bekannt gemacht. Bruno wird Lehrer und "erfreut" sich an seinen Schülern, Michael dagegen ist ein autistisch wirkendes, introvertiertes Mathegenie und befasst sich mit dem Klonen menschlichen Erbguts. Beide finden ihre große Liebe, Bruno in einem Sommercamp Christiane, Michael seine Jugendfreundin Annabelle, nachdem er wegen einer Grabumsetzung in sein Heimatdorf zurückkehren muss. Als Christiane durch ihre Krankheit gelähmt wird und im Rollstuhl sitzen muss, bricht das Paar den Kontakt ab, Bruno wird wieder depressiv und geht in die Klinik und Christiane stürzt sich von ihrem Balkon. Ab da bildet er sich Christina weiter ein und wird so mit ihr glücklich. Michael und Annabelle leben weiter unbekümmert zusammen, bis sie ihr Kind abtreiben muss und Michael dafür von Forschungsarbeiten aus Irland sofort zu ihr eilt.

Jeder findet auf seine Art und Weise das Glück, denn das ist nicht universell, sondern zeigt sich bei jedem in andere Art und Weise. Für mich die Hauptaussage dieses Films, der mir als deutscher Film mit toller Besetzung, gutem Witz und ansprechender Story wirklich gefallen hat.
Nur wenn ich mir Christian Ulmen angucke, muss ich schon lachen, der wirklich überzeugend den Forscher gespielt hat. Sonst gibt es in dem Film viele, ich sage mal provozierende Szenen z.B. bei Michaels und Christianes Orgien im Swinger Club. Kameratechnisch wird viel mit Nahaufnahmen der Gesichter gearbeitet, was mir doch immer wieder gefällt. :)

Prädikat: Empfehlenswert! Gerade im mittlerweile wolkenverhangenen Sommer lohnt sich der Kinobesuch.

Donnerstag, 27. Juli 2006

Brokeback Mountain

Brokeback Mountain

Heute Abend war ich mit meiner Freundin endlich im Hansakino zu "Brokeback Mountain" (für sagenhafte 2,50€ natürlich). Lange darüber zu berichten, habe ich ehrlich gesagt keine Lust, weil mir der Film nicht besonders gefallen hat. Vielleicht lag es daran, dass ich irgendwie keinen Zugang zum Film gefunden habe. Das eigentliche Thema, der scheinbar auswegslosen Liebe zweier homosexueller Cowboys, fand ich nicht genügend dargestellt und unnötig in die Länge gezogen. Die ganze Zeit wirkte die Handlung auf mich nur als Vorgeplänkel für irgendwas, das noch kommen sollte. So saß ich dann nicht aus Rührung beim Abspann einfach so da, sondern weil ich noch irgendetwas erwartete.
Was ich aber trotzdem sehr schön fand, waren wirklich tolle Bilder von der Landschaft um den 'Brokeback Mountain' und überhaupt schöne Kameraeinstellungen den ganzen Film über. Auch der Anfang des Films gefiel mir mit seiner dialogsleeren Szene und der einfachen Art in die Handlung einzuführen recht gut.
Insgesamt gab mir der Film trotzdem überhaupt nichts, löste bei mir keine Gefühle hervor und lässt sich für mich durch ein simples Schulternzucken beschreiben. Den Film würde ich daher bestimmt nicht als schlecht abtun, es lag an mir, denke ich, die ich einfach nichts darin gesehen habe.

Wenn ihr eine total gegensetzliche (sprich sehr positive) Kritik zum Film lesen wollt, schaut auf den Soundblog.

Dienstag, 6. Juni 2006

Capote

Capote

Gestern war ich endlich im LiWu, um mir den Film "Capote" anzuschauen. Nur wenige Leute waren im Kino, das aber atmosphärisch mehr zu bieten hat, als die Cinestar Kinos, was sicherlich auch mit der Größe des Kinos zu erklären ist.

Zum Inhalt:
Truman Capote, der gerade einen großen Erfolg mit seinem Roman "Frühstück bei Tiffany" verzeichnet, erfährt Anfang der 60er Jahre aus einer Zeitungsanzeige von einem scheinbar kaltblütigen Mordfall an einer vierköpfigen Farmerfamilie in Kansas. Er wittert eine Story für einen Zeitungsartikel und begibt sich daraufhin auf Recherche. Bald muss er jedoch feststellen, dass die Sache komplexer ist als erwartet und beschließt gleich ein ganzes Buch, weniger über den kriminalistischen Tathergang, sondern eher über den Hintergrund und die Auswirkungen der Tat zu verfassen - "ein Buch, dass die Welt verändern wird", wie er selber sagt. Der erste Tatsachenroman soll entstehen und wird später unter dem Namen "In cold blood" (dt: "Kaltblütig") veröffentlicht. Seine Recherche soll sich noch über mehrere Jahre erstrecken und fordert mehr von Capote als gedacht. Er interviewt die Menschen in Holcomb, der Stadt, in der der Mord geschah und freundet sich mit einem der beiden, mittlerweile gefassten Tätern an. Diese werden letztendlich zum Tode durch den Strick verurteilt und nach mehreren Berufungen in Anwesenheit Capotes gehängt.

Meine Bewertung:
Das Buch "Kaltblütig" hat mir schon sehr gut gefallen und obwohl der Film keine Verfilmung dieses sogenannten Tatsachenromans ist, wollte ich mir "Capote" unbedingt angucken. Mit einem Oskar für den besten Schauspieler (Philip Seymour Hoffman für seine Rolle als Truman Capote) ausgezeichnet, macht gerade dieser den Film zu etwas Außergewöhnlichem. Man gewöhnt sich über die Zeit an die sehr seltsame Stimme Capotes, es schwingt jedoch immer etwas nicht Greifbares in der Person Capotes mit und lässt ihn den Zuschauer nicht vollkommen verstehen. So zeigt der Film einem die zwei Facetten Capotes, auf der einen Seite sein Leben in der High Society, in der er sich mit Witzen über alles und jeden profiliert, auf der anderen Seite seine Sensibilität und die Nähe zu einem der Täter. Die eigentliche Handlung des Buches wird dabei anfangs stark vernachlässigt, zum Ende des Films hin läuft sie aber mit den biographischen Inhalten Capotes zusammen. Einen (oder den?) Höhepunkt stellt sicherlich die Schilderung des genauen Tathergangs im Haus der Clutter Familie dar, in der einer der beiden Täter, gegen seine eigentliche Absicht die Mitglieder der Familie erschießt. Capote schafft es jedoch in seinem Buch den Tätern ein menschliches Profil zu geben, das auch im Film gut wiedergegeben wird, jedoch insgesamt eher nur angerissen wird. Spreche ich von "den Tätern" so ist das eigentlich nicht ganz richtig. Die größte Bedeutung fällt Perry Smith (verkörpert durch Clifton Collins Jr.) zu, Capote beschäftigt sich, wie es scheint nur mit ihm, auch wird am Ende nur seine Erhängung, nicht die, des anderen Mörders Dick Hickock (Mark Pellegrino) gezeigt.

Abschließend ist zu sagen, dass dieser Film doch mehr in die Sparte "Nicht massentauglich" fällt, aber schon durch die Form, einer Mischung aus Literaturverfilmung und Biographie besticht. Auch die Schauspieler tragen eine große Rolle zum Gelingen des Films bei. Auf eine teilweise sehr emotionale Weise zeigt er, wie die Recherchen zum Mordfall Truman Capote verändert und vielleicht sogar zerstört haben. "Kaltblütig" sollte Capotes letzter vollendeter Roman werden, nach dem er in Drogensucht verfiel und im Alter von 60 Jahren an einer Überdosis Tabletten starb.

Auch habe ich nach der Vorschau für kommende Filme beschlossen öfter ins LiWu zu gehen (in dem mir, nebenbei bemerkt, ähnlich wie in den Cinestar Kinos wiedermal sehr kalt war).

Dienstag, 30. Mai 2006

Der ewige Gärtner

Der ewige Gärtner

Gestern also schon wieder in einer Literaturverfilmung im Hansa gewesen, diesmal aber das Buch vorher nicht gelesen (ich kannte es noch nicht einmal).
Im Film von Fernando Meirelles ("City of God") geht es um Justin Quayle, der den Tod seiner ambitionierten Frau Tessa aufklären will und dabei mehr und mehr von ihrer Arbeit erfährt. Die beiden leben hauptsächlich in Kenia, Justin als Diplomat und Tess', die dabei ist einen Pharmaskandal aufzudecken. Nach ihrem Tod führt der sonst eher zurückhaltende Justin ihr Werk fort und gerät in die bösen Machenschaften der Politiker und des Pharmakonzerns.
Der Film beeindruckt mit wunderbaren Naturaufnahmen Afrikas, zeigt aber ebenso die große Armut und das Leid der Menschen auf diesem Kontinent. Mit einer recht ungewöhnlichen und eigenen Kameraführung, aber auch der Reichhalt an unterschiedlichen Farben und (afrikanischen) Klängen wird dieser Film zu etwas Besonderem.
Die Story erinnert leicht an Erin Brockovich, aber sollte das Hauptaugenmerk wirklich auf dieser Skandalsache liegen, ist es nicht sehr gut gelungen, wie ich finde. Der Zuschauer wurde nicht genug eingeführt in die ganze Sache. Die Wandlung der Hauptdarsteller (Ralph Fiennes als Justin, Rachel Weisz als Tess') ist aber wirklich gut mitzuvervolgen.
Trotz meiner Meinung nach inhaltlichen Schwächen behalte ich den Film schon aufgrund der in eigener Art und Weise übermittelten, wirklich beeindruckenden Bilder (viele krasse Nahaufnahmen und Kamera mit Handführung... also einige Male recht unangenehmes Gewackel) und der wirklich stimmigen Musik ganz gut im Gedächtnis.

Samstag, 27. Mai 2006

The DaVinci Code - Sakrileg

Sakrileg

Schaut man sich einmal ein bisschen in den vielen (deutschen) Blogs im großen weiten Web um, entdeckt man ja so einige Kritiken zu diesem Film, die aber allesamt sehr unterschiedlich ausfallen.
Auch ich habe mich nun endlich in diesen Film getraut. Nachdem ich schon vor einiger Zeit das Buch und nun dazu einige Kritiken/Meinungen zum groß angekündigten Film gelesen hatte, war ich also schon etwas vorgewarnt vorinformiert und versuchte trotzdem unvoreingenommen ins Kino zu gehen.
Alos Story kennt nun mittlerweile so gut wie jeder... Tom Hanks und Audrey Tautou auf Spurensuche geraten in die bösen Machenschaften der Kirche und werden durch Paris und London von der Polizei verfolgt.
Ich muss aber wirklich sagen, dass mir der Film recht gut gefallen hat. Meine an Literaturverfilmungen gestellten Ansprüche wurden eigentlich ganz gut erfüllt. Teilweise war der Film Hollywood-like etwas zu actionlastig, aber die ziemlich komplexe Story wurde meiner Meinung nach gut und in ausreichend Details dargestellt.
Und ganz zum Schluss frag ich mich ja noch, ob man den Titel nicht auch hätte ins Deutsche übersetzen können, auch wenn nur der Artikel hätte geändert werden müsste. "Der Da Vince Code - Sakrileg" hört sich nun auch nich viel uncooler, weniger trendy oder sonstwas an...

Wenn ich jetzt so in den Kinoplan gucke und mal wieder den Soundblog gelesen hab, stehen wohl für die nächsten Wochen noch ein paar Kinobesuche für 2,50€ im Hansa an.
Ein Sommer Filmfestival mit recht vielen guten Filmen ist auf der Cinestar Website auch shcon angekündigt. Wenn das Wetter so bleibt wie jetzt, wird das dann wohl meine Hauptbeschäftigung werden. ;)

Mittwoch, 19. April 2006

"Wie im Himmel"

Wie im Himmel

Gestern war ich noch im Hansa Kino mit Katinka und wir haben uns "Wie im Himmel", einen schwedischen Film über einen Dirigenten, der nach einem Herzinfakt in sein Dorf in Nordschweden zurückkehrt und da einen Chor leitet, angeguckt.
Und ich muss wirklich sagen, es ist der beste Film, den ich mir seit langem angeguckt habe. Man erlebt die Entwicklung des Hauptdarstellers sowie die der Dorfbewohner mit, entwickelt Sympathien und Antisympathien zu den Figuren. Ein wirklich gelungener Film mit einem recht abrupten Ende, nach dem zumindest bei unserer Vorstellung das Publikum wirklich noch fast den ganzen Abspann lang ganz ruhig da saß und den Film nachwirken ließ...
Also empfehlenswert wirklich, der Film läuft diese Woche noch im Hansa immer um 20 Uhr, im li.wu. lief er auch bis jetzt.

Als erstes:

>> Salut und Bonjour auf diesem Blog. Die Autorin kommt gerade aus einem Selbstfindungsjahr in Lille (Frankreich) und berichtet von Erkenntnissen, Vermissten, Erlebnissen und französisch-deutschen Wundernissen. On y va!
>> Karoaufblub ist seit dem 1. Oktober 2005 online.

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