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Die Geisha

Die Geisha

Unter dem Stickwort CineClassics lief heute im Capitol um 15 Uhr einmalig "Die Geisha". Trotz einem Preis von nur 3 € und regnerischem Wetter lockte er jedoch nicht besonders viele Leute ins Kino, von den wenigen waren 97% Rentner. Wer nicht da war, hat aber definitiv was verpasst!

Gegen Ende der Blütezeit der japanischen Geishas 1929 werden Chiyo und ihre Schwester von ihrem Vater nach Kyoto zu okiyas, weiblichen Großfamilien, die angehende Geishas beherbergen und ausbilden, verkauft. Geishas sind keine Prostituierten, sie sind Kunstwerke, die die Männer in Teehäusern mit Tanz, Musik und Gesprächen unterhalten sollen. Sie sind exklusiv gekleidet und immer höflich und zuvorkommend. So ziemlich alles im Leben einer Geisha ist an einen bestimmtes Ritual oder einen vorgeschriebenen Ablauf geknüpft. Auch der jungen Chiyo wird nach einigem Hin und Her eine Ausbildung zur Geisha durch die Erzrivalin der im Haus lebenden Hatsumomo, ermöglicht. Nach nur kurzer Zeit lernt sie alles, was sie braucht, um als Sayuri von nun an eine Geisha zu sein. So taucht sie ins Leben der Reichen und Priviligierten ein und wird an einen Mann gebunden, obwohl sie eigentlich schon seit ihrer Kindheit dessen engsten Gechäftspartner liebt. Intrigen werden gesponnen, Gerüchte verbreitet und die Tradition der Geishas geht durch den 2. Weltkrieg verloren bzw. in seiner alten Form unter. Doch ein Happy End fehlt natürlich nicht, um das mal vorweg zu nehmen. ;)

Der Film lässt einen in seinen 145 Minuten vollkommen in die Welt Japans vor dem zweiten Weltkrieg eintauchen. Nie langatmig bringt er einem sehr detailliert die Welt der Geishas näher und wirkt trotzdem nicht wie eine Dokumentation. Stimmung wird neben tollen Bildern auch durch die immer perfekt abgestimmte Filmmusik geschaffen und lässt einen in eine für sich sehr fremde Kultur eintauchen. Ebenfalls sind sehr schöne Schauspieler mit auffallend angenehmen Synchronstimmen vertreten.
Ach, ich weiß nicht, der Film bezaubert einfach und wenn man dann wieder vorm Kino steht, fühlt man sich einfach ein bisschen fremd hier, so sehr hat einen dieser Film eingenommen.
Einen erklärenden Geisha Artikel auf Wikipedia fande ich danach auch ganz interessant.


Nur nebensächlich: Die Erklärung für alles. "angenehm kühl" --> pah!


Und apropos ferner Osten: Viele Grüße an T-Man, der gerade in China weilt. ;)
geezer - 5. Aug, 00:56

Ich war einfach nur

enttäuscht!

Leider kann der Film nie die Tiefe des Buchs erreichen.

Die Bilder die der Film zeichnet sind einmalig und die Schauspielerinnen sehr hübsch (v.a. nat. die wunderschöne Ziyi Zhang), aber weder die Boshaftigkeit der Hatsumomo (dargestellt durch die grandiose Li Gong) noch die Cleverness der Mameha wird dem Buch gerecht. Von der Zerrissenheit, über ihren Lebensweg, der Chiyo/Sayuri gar nicht erst zu reden! Der Film bleibt mehr als oberflächig.

Übrigens: Nicht nur in Japan war man empört darüber, dass die Hauptdarstellerinnen Chinesinnen und nicht Japanerinnen waren......

Lest lieber das Buch, der Film ist nicht sonderlich sehenswert :(

karo blub - 5. Aug, 13:31

Bücher sind eigentlich immer besser als deren Verfilmungen, das ist klar. Trotzdem sind die auch von dir positiv hervorgehobenen Komponenten (Bilder usw.) für den nicht durchs Buch vorinformierten Leser meiner Meinung nach so gewichtig, dass der Film als einzelnes wirklich sehenswert ist... danach kann man ja immernoch das Buch lesen.
Kann dich trotzdem verstehen... ;)
Miaka - 6. Aug, 01:51

der film vermittelt einige visuelle eindrücke, die das buch einfach nicht geben konnte. natürlich ist es schöner, sich selbst ein bild von etwas machen zu können. und doch sind gewisse sachen leichter zuverstehen, wenn man sie sieht.

keine frage, ist das buch sicher besser als der film, wenn auch umstrittener, weshalb dann ja auch mineko iwasaki ihr leben in buchform veröffentlicht hat, um einige unwahrheiten richtig zu stellen.

ich hab mir die dvd schon gekauft und werd sie mir sicher bald wieder ansehen...

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>> Salut und Bonjour auf diesem Blog. Die Autorin kommt gerade aus einem Selbstfindungsjahr in Lille (Frankreich) und berichtet von Erkenntnissen, Vermissten, Erlebnissen und französisch-deutschen Wundernissen. On y va!
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